D.I.Y.*-Workshop Wurmkiste- eine Anleitung

Hallo Oasenfreunde,

                                                                                                                                                                                                                       *D.I.Y = Do It Yourself= Mach es selbst

unsere Wurmkisten stehen jetzt seit einer Woche und sind noch nicht auseinandergefallen, deshalb wage ich es jetzt, Euch mal eine kleine Anleitung zum Nachbauen zu schreiben. Klar findet man im Internet ganz viel über Wurmkisten und wie man sie baut, aber bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass nur wenige Beschreibungen Maße enthalten. Ich bin zwar handwerklich nicht ganz unbegabt, habe aber null Ahnung von Holz, Schrauben und Co und musste mir deshalb den Rat meines lieben Tischlers Manfred holen, um den Workshop perfekt vorzubereiten. Deshalb erzähle ich Euch hier jetzt ganz genau, was wir gemacht haben.

Ich habe gelesen, dass die Maße 60 x 40 x 40 cm optimal für eine Zwei-Kammer-Box sein sollen. Ergo ist das mein Grundmaß gewesen. So eine Box besteht überlicherweise aus vier Seitenwänden, einem Boden, einem Deckel und, im Falle der Wurmkiste, einem Trenngitter.

Da unsere Box entgegen den Empfehlungen aus dem Netz draußen steht, weil wir einfach keine überdachte Möglichkeit haben, kam ich auf die Idee, das Dach schräg zu stellen, damit das Wasser ablaufen kann. Um das zu schaffen, musste natürlich das Holz für die Seitenwände entsprechend zugesägt werden. Unsere Maße waren:

Front: 60 x 35 cm

Rückseite: 60 x 40 cm

2x Seitenwand: 40 cm breit, eine Seite 35 cm hoch, die andere 40 cm hoch. Im Bild ist das vielleicht deutlicher:

Seitenansicht Wurmkiste

Schon stießen wir auf das Problem, dass unser Boden mit 60 x 40 cm wohl nicht hinhauen kann. Logisch, Denkfehler, das Holz hat ja eine gewisse Dicke, die wir dazu- oder eben wegrechnen müssen. Wir haben den Boden dann in die Box reingelegt, nachdem wir ihn auf 56,4 cm x 40 cm geschnitten hatten. Dieses Maß kann je nach Verwendung anderer Bretter unterschiedlich ausfallen. Unser Holz war 1,8 cm dick, deshalb mussten wir von den 60 cm zwei Mal die Dicke der Seitenwände abziehen.

Wurmkiste Zusammenbau  Hat man sich sein Holz derart zugeschnitten, geht nur noch eine Zusammenbau-Variante. Setzt man die Seiten anders zusammen, hat man irgendwo immer eine Stufe, und das wollen wir ja nicht, damit später unser Deckel gut aufliegt. Aber zu dem kommen wir später. Der Boden liegt, wie gesagt, in der Kiste drin.

Kurz zu den Schrauben:

Die Länge der Schrauben richtete sich natürlich nach der Dicke des Holzes. Geht da mit logischem Menschenverstand ran. Wir haben bei 1,8cm dicken Brettern Schrauben mit folgender Bezeichnung genommen:

4,5 x 35 Universalschrauben (Holzschrauben gingen auch, aber die sind teurer)

Aufgedröselt bedeutet das, die Schrauben sind 4,5 mm dick und 35 mm lang. Manfred sagte mir später, eine 3,5 mm dicke Schraube hätte es auch getan. Unabhängig davon ist es immer wichtig, die Löcher vorzubohren. So stellt man sicher, dass das Holz nicht reißt, wenn man die Schraube reindreht. Für die 4,5er Schrauben haben wir mit einem 3er Holzbohrer vorgebohrt.

Hier zwei Bilder zum taktischen Vorgehen: die Konstruktuere haben festgestellt, dass es praktischer ist, erst die Seitenwände zu verschrauben und dann den Boden einzusetzen und von außen festzuschrauben.

Bau Seiten Einbau Boden Wir haben pro Kante drei bis vier Schrauben verwendet. Und manchen von Euch wird es vielleicht aufgefallen sein: wir haben keine Stützleisten in die Kanten gesetzt. In manchen Anleitungen findet man das, aber Manfred sagte mir, das wäre nicht nötig. Ich glaub ihm jetzt einfach mal. Vielleicht halten die Kisten dann nicht ganz so lange, aber es macht auf jeden Fall weniger Arbeit.

 

 

Die für mein Empfinden schwierigste Aufgabe ist es, das Trenngitter einzubasteln. Wir haben ganz normalen Kaninchendraht benutzt und den doppelt gelegt, damit die Löcher nicht zu groß sind. Mit einem Tacker haben wir diesen an zwei Leisten befestigt, die auf die Länge der Höhe der Front- und Rückwand geschnitten waren (also 35 und 40 cm). TrennwandEs stellte sich heraus, dass es sinnvoller ist, sie zwei drei Zentimeter kürzer zu schneiden, um sicher zu gehen, dass nix übersteht. Dieses Konstrukt wurde dann in die Kiste geschraubt. Trennwand kürzer

 

 

 

 

 

 

 

Soweit, so gut. An dieser Stelle hat man eine Kiste. Der Deckel ist verhältnismäßig einfach.

Da ja unsere Kiste draußen steht, habe ich den Deckel größer als die Grundfläche der Box geplant, damit die Seitenwände vielleicht nicht ganz so nass werden. Außerdem hat man dann gut was zum Anfassen, wenn man den Deckel abnehmen will. In den Maßen ist man variabel, je nachdem, wie viel Platz man hat. Ich hab mich für ein Deckelmaß von 60 x 70 cm entschieden. Auf diesen wird die fertige Kiste kopfüber draufgelegt und mittig ausgerichtet. Dann zeichnet man die Seiten der Box auf den Deckel. Kiste runternehmen, die Brettstärke der Seitenwände zur Deckelmitte hin einzeichnen (in unserem Falle 1,8 cm plus 2 mm Spielraum, weil ja das Holz ggf. aufquillt) und in die Ecken kleine Leisten setzen, die dann den Deckel an Ort und Stelle halten. Im Bild ist das einfacher zu verstehen:

Deckel Dieses Bild ist übrigens gedreht! Unsere Front und die Rückseite sind hier links und rechts. Macht aber nichts, ich hoffe, das Prinzip wird klar.

 

 

 

 

So, wenn das alles vernünftig ausgemessen wurde und gut gebastelt wurde, sollte der Deckel auf die Kiste passen und nicht verrutschen können. Bei uns hat das geklappt. In eine der zwei Kisten, die wir gebaut haben, haben wir auch ein Fenster eingepasst, aber das zu beschreiben, ginge hier zu weit. Ob es die Würmer mögen, sei mal dahingestellt, aber für Anschauungszwecke ist es allemal sinnvoll. Für einen luftigeren Stand haben wir unter die Kiste noch drei  durchgehende Leisten geschraubt (dabei nicht in den Boden, sondern in die Seitenwände schrauben). Das Ergbnis sieht dann nach etwa 1,5 Stunden so aus:

 

Wurmkiste

Nun noch eine Kammer füllen mit 10 cm guter Komposterde, etwa 500 Würmern und der ersten Portion Grünfutter, abdecken mit feuchter Zeitung und an einen netten ruhigen Platz nicht in praller Sonne stellen. Fertig. Regelmäßig in gesunder Menge füttern mit allem, was sonst in den Kompost wandern würde, Feuchtigkeit kontrollieren und warten, bis die Kompostwürmer tolle Erde gemacht haben. Wenn eine Kammer voll ist, die andere Kammer nach und nach füllen. Die Würmer kriechen zum Futter, so dass Ihr dann in der alten Kammer wurmfreie Komposterde haben solltet.

Noch ein Wort zu den Würmern:

Es gibt zwei Bezeichnungen. Der aktuelle Name ist Eisenia fetida. Das hat sich aber noch nicht so rumgesprochen. Im Handel gibt es den Wurm unter dem alten Namen Dendrobaena. Nicht verwirren lassen, das ist das gleiche Tier. Ich empfehle Euch, kauft online. Das ist wesentlich preiswerter als im Angelladen oder im Tierfutterladen.

Wir haben übrigens Fichtenholz verwendet. Ist wohl haltbarer als Kiefer oder Tanne. Okay, Manfred, wenn Du das sagst. Haltbarkeit ist natürlich wichtig, denn das Holz muss unbehandelt sein und bleiben! Nicht lasieren, ölen, lackieren oder mit Folie bekleben! Denn sonst kann das Holz nicht atmen, die Feuchtigkeitsregulierung klappt nicht mehr und das mit dem Sauerstoff hat sich auch erledigt. Lasst das Holz einfach so, wie es ist. Das braucht ne Weile, bis es verrottet.

Ich glaub alles Wichtige ist gesagt. Ihr findet unglaublich viele und gute Informationen im ganzen Internet zu den Wurmkisten, also wenn hier was fehlt, fragt mal eine der großen Suchmaschinen. Oder schreibt an kontakt@helle-oase.de.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Bauen und danke meinen fleißigen und kreativen Workshopteilnehmern!

Alles Liebe

Anna

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4 Kommentare zu “D.I.Y.*-Workshop Wurmkiste- eine Anleitung

  1. sehr spannende und gute Anleitung! Ich habe richtig Lust, das auch zu probieren. Ich frage mich aber, wo das „Wurmpipi“ hin soll. In anderen Wurmboxen gibt es einen extra Auffangbehälter. Weicht das Holz unten nicht stark durch?

    • Hallo Albert,
      danke für das Lob. Bei dieser Variante wird der Wurmtee nicht aufgefangen. Bisher ist das Holz nicht durchgeweicht, da es unbehandelt und atmungsaktiv ist. Jetzt über den Winter haben wir die Box in eine kühle Garage gestellt und zu selten nachgesehen, so dass sie ausgetrocknet ist. Wir haben dann einfach die (letzten überlebenden) Würmer zusammen mit dem Substrat in unsere zweite Box getan, die aus zwei Plastik-Containern besteht und nicht austrocknen kann (und bei der der Wurmtee auch tatsächlich aufgefangen wird). Wir werden über den Sommer, wenn die Holzbox wieder aktiviert wird, mal beobachten, ob da was durchweicht, aber so nass sollte das Ganze eigentlich nicht werden.
      Liebe Grüße
      Anna

  2. Das bin ich auch gespannt. Ich wollte mich gerade auch fragen, was mit dem Wurmtee sein soll. Ich halte meine Wurmer in einem Plastikbehälter. Ich sammle auch keine Flüssigkeit. Ich überlege mir aber, so eine Wurmkiste zu bauen. Wie sind eure Erfahrungen jetzt?Der Beitrag ist schon ein bisschen alt.

    • Hallo Humbold75, entschuldige bitte die etwas längere Wartezeit, aber ich möchte natürlich trotzdem noch auf Deinen Kommentar antworten. Die Holzbox war in diesem Jahr komischerweise gar nicht im Einsatz, weil die Plastkbox völlig ausgereicht hat. Vom Handling her kann ich aber im Rückblick nur empfehlen, die Plastikbox zu bauen. Die ist selbst mit Füllung wesentlich leichter und handlicher als die Holzbox (okay, man könnte die Maße ändern, aber gebaut nach unsererm Vorschlag ist sie doch sehr groß UND schwer!). Außerdem hat sich bei uns der Deckel der Holzbox verzogen, weil die Box draußen stand und auch mal nass geworden ist, so dass das alles nicht mehr so ganz toll ineinander gegriffen hat. Aus Nachhaltigkeits- und Umweltschutzgründen ist die Holzbox natürlich der unverrottbaren Plastikbox vorzuziehen. Diese lässt sich aber deutlich schneller basteln, ist preiswerter, wenn man nicht gerade Restholz verwendet, und im Zweifel läuft die Plastikbox nicht aus.
      Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
      Liebe Grüße
      Anna

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